Die wahre 11.111

12 Jul

Liebes Tagebuch,

es hat sich gezeigt, dass Jana nicht die Einzige ist, die Anspruch auf den Titel der Miss 11.111 erhebt. Derzeit warte ich noch auf die Einsendung des Fotos von Iris — nicht weil ich es nicht glaube, sondern auf Grund des Prinzips Idem Ius Omnibus.

Was mich zu einem meiner heutigen Themen bringt: warum benutzt man Ausdrücke aus anderen Sprachen um etwas auszudrücken, was in der eigenen Sprache vorhanden ist? In Japan wird dies nämlich bis zum erbrechen praktiziert. Während mein Ausspruch oben als Versuch der Profilierung und der Angeberei gewertet werden kann, trifft das nicht immer zu. Viele verwenden Xenologismen (die in der Regel anders als Fremdwörter nicht der Nehmersprache entsprechend flektiert werden) oder gar ganze fremdsprachliche Phrasen (s.o.) im Alltag, aber wenn man die Anzahl dieser in der deutschen Alltagssprache mit denen in der Japanischen vergleicht,  fühlt man sich gar nicht mehr so schlecht. Das Japanische verfügt zwar über eigene Begriffe für Dinge wie z.B. Löffel, Niedriglohn-/Studentenarbeit, Handlung, sich etw. vorstellen… und es werden jeden Tag mehr. Es werden tagtöglich Wörter aus dem Englischen und anderen Sprachen hinzugefügt.

Versteht mich nicht falsch, ich will die Japaner nicht anklagen in dieser Praxis, die immerhin eine Bihaviorem oder sogar Kulturem ist. Ich möchte nur andeuten, dass man sich so manchen Lacher und Hohn von Ausländern ersparen kann, wenn man wenigstens versucht zu verstehen, welche Wörter man da gerade einführt – oder zumindest auch andere Quellen als die Vokabelliste aus der Schulzeit, die in der Regel nicht einmal in lateinischen Buchstaben geschrieben ist.

Ich werde mir in Zukunft das Nachdenken beim Sprachgebrauch auch auf meiner Liste der guten Vorsätze vermerken und keine Fremdwörter mehr verwenden um euch meine Kernaussage darzulegen – fast versprochen.

Bilder gibts wieder morgen.

Liebe Grüße

Nico

PS: Eigentlich geht es darum, dass sowohl Ausländer als auch Japaner Probleme haben die benutzten Xenologismen zu verstehen – die einen weil sie das gemeinte nicht mit dem benutzten Wort verbinden und die anderen, weil sie das Wort selber nicht alle kennen. Ups, ich habe schon wieder ein Fremdwort verwendet.

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