Weihnachten 14

15 Dez

Liebes Tagebuch,

wusstet ihr, dass in Japan Firmen über die selben Rechte verfügen wie Menschen? In Deutschland sind es ja nur natürliche Personen, die Menschenrechte in Anspruch nehmen können, in Japan sind es jedoch juristische Personen, die diese Rechte wahrnehmen kann. Da eine Firma immer auch eine juristische Person sein kann, hat eine Firma ebenfalls ein Recht auf Religionsfreiheit (und ausführung der eigenen Religion) und das Recht, Geschenke und Spenden zu machen. Abstrus wird es, wenn das Recht einer Firma gegen das Recht einer Einzelperson läuft. 1970 wurde einer Firma erstmalig in einem Prozess sogar amtlich bestätigt, dass Firmenspenden an Politiker im Rahmen eines Geschenks rechtens sind. In einem anderen Fall im Jahr 1988 wurde die Klage einer christlichen Japanerin abgelehnt, die erreichen wollte, dass ihr Mann nicht mehr in einem Schrein als Gottheit verehrt wird (ein Schrein, in dem alle seit der Geburtstsunde des Schreins für die Landesverteidigung [Landwehr] gefallenen Männer verehrt werden). Begründung war die Wahrung der Religionsfreiheit einer juristischen Person, in diesem Fall der Schrein (da alle religiösen Einrichtungen ebenfalls bedingt durch die die Kapitulationsbedingungen der USA keinen Sonderstatus mehr haben und somit als eigene Körperschaft bestehen).

Soviel für heute

Liebe Grüße

Nico

Weiterführende Lektüre für Interessenten:

Michio Oshukubo. „Die Achtung vor dem Individuum und die Würde des Menschen.“ In: Verfassungsänderung, Verfassungswandel, Verfassungsinterpretation. Vorträge bei deutsch-japanischen Symposien in Tokyo 2004 und  Freiburg 2005. Berlin: Duncker & Humblot 2008. (Schriften zum Öffentlichen Recht, Bd. 1104).

http://www.e-cademic.de/data/ebooks/extracts/9783428527113.pdf

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