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Kamakura, Teil 4

25 Nov

Liebes Tagebuch,

bevor ich meine kleine Erzählung beende, wollte ich mich noch bei einem Freund entschuldigen. Da die letzten Tage etwas hektisch waren, habe ich deinen Geburtstag leider vergessen. Erst heute fiel mit ein, dass ich es versäumt habe. Ich wünsche dir also alles Gute zum Geburtstag, lieber Jan. Ich hoffe dass dieses Jahr für dich das bringt, was du dir erhofft hast und du gut in den Beruf starten kannst, für den du so viele Jahre gelernt hast.

Aber nun urück nach Kamakura. Als wir nun den großen Buddha besucht hatten, gingen wir weiter hinein in die Stadt und kamen zu einem sehr großen Schrein, an dem reger Betrieb herrschte. Er war terassenartig aufgebaut, so dass man an der Basis sich mit Souvenirs vollstopfen konnte und einen Teich mit Schildkröten und Kois bewundern konnte. wir sind dann eine Terasse weiter rauf gegangen (es sind nicht wenige Stufen, die diese Treppe hat) um uns dort ein wenig umzuschauen. Im Zentrum des Platzes lag ein großer Pavillon, in der tatsächlich gerade eine Traaungszeremonie stattfand. Wir schauten uns diese aus gebürendem Abstand an. Es sah ziemlich interessant aus. Scheinbar war es irgendwer bedeutenderes, der dort hochzeitete.Alle anwesenden Frauen (und die beiwohnenden Priester sowieso) waren in traditionelle, sehr schick aussehende Gewänder gehüllt. Die Männer trugen fast alle Anzug. Nur der Bräutigam trug eine Uniform. Die Prozedur wurde begleitet von einigen Priestern auf einer Außenveranda, die einige traditionelle Instrumente spielten, aber kein Lied wie wir es kennen, sondern eher als geräuschliche Untermalung. Die Worte des Hauptpriesters und des Brautpaares wurde so unterstrichen.

Wir gingen also weiter und wir kamen an einem riesigen Baumstumpf vorbei (Durchmesser 7 bis  10 Meter würd ich sagen). Bis vor kurzem stand dort noch ein großer und anmutiger Baum (hier sogar heilig geltend), der bereits weit über 1000 Jahre alt war. Erst durch einen Taifun im letzten Jahr verlor er an Stabilität. Dann wandten wir uns der großen Treppe zu (größer als die zuvor) und passierten die beiden Wächterhund, die man vielleicht auch in ähnlicher Form schonmal an Chinarestaurants oder so gesehen hat, wo sie links und rechts den Eingang bewachen. Auch hier bewachten sie die Treppe und hielten böse Geister ab. Oben angekommen betraten wir den Hauptschrein und versuchten, für mich neues Glück zu finden. Ich zog ein neues Los… und es war noch schlimmer als das erste. Nun musste erst recht ein weiteres her, denn so konnte ich das ja nicht stehen lassen. Gut nur, dass dieser Schrein mehr ein ganter Schreinkomplex war und als wir schließlich die Besichtigung beendet hatten, kamen wir zu einem der äußeren Schreinregionen, wo wir einen fanden, der auf einer kleinen Insel in dem Teich lag, in dem wir bereits zuvor die Schildkröten und Kois beobachtet haben. Nun endlich war mein Glück wieder hergestellt, als ich das dritte Mal ein solches Schicksalslos zog. Das Warten hatte sich gelohnt und mein großes Unglück verwandelte sich in ein kleines aber annehmbares Glück. Es sagte mir, das ich zwar noch ein wenig warten muss, aber dann meine ewige Liebe in den Armen halten könnte (ich kann es kaum erwarten bis Franzi mich im März besucht) und dass es zwar mühsam werden würde, aber letztendlich alle Prüfungen gut verlaufen werden (als los, Montag ist die erste), ich zwar einige Probleme mit der Gesundheit haben würde, aber nichts ernstes (auch wenn ich bis jetzt ein wenig gekränkelt habe, ist bis jetzt nichts schlimmes passiert) und dass wenn ich nicht nach Norden reise, mir auf meinen Reisen nichts widerfährt (habe ich eh nicht vor).

So gingen wir letzten Endes zufrieden und geschafft nach Hause, denn wir hatten einen Tag hinter uns, an dem wir viel gelaufen sind und eine Menge beobachten konnten.

Liebe Grüße

Nico

 

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