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Labyrinthe und Fallen

15 Sep

Liebes Tagebuch,

es scheint wirklich so eine Art Abenteuerreise zu werden. Seit vorgestern versuche ich mich zu orientieren, was ich wo bekomme, was man dafür bezahlt, und wie man dafür bezahlt. Einmal einkaufen gehen bezahle ich meist mit Schweiß und schmerzenden Füßen. Der einzige Supermarkt den ich bisher gefunden habe liegt ca. 1 km Luftlinie entfernt. Eigentlich kein Problem, aber da dazwischen alle möglichen Hügel, Hänge und Mini-Täler liegen ist es ein ständiges Auf und Ab. Auch im Supermarkt wird es nicht besser: da werden Berg- und Talfahrten getauscht gegen ein riesiges Labyrinth aus Gängen. Irgendwie schaffen sie es auf die Größe eines Supermarktes wie Rewe (leicht untertrieben) ein Sortiment zu quetschen, das Kaufland (leicht übertrieben) entsprechen würde. Und nichts ist da wo es sein sollte. Es gibt drei Abteilungen, die bei uns in Richtung Brot und backwaren fallen würden, drei Getränkeabteilungen und Gemüse ist sowieso verteilt. Hygiene-Artikel sind sortiert in über 5 Abteilungen (zwei für Zahnhygiene alleine) und einzig Fleisch und Fisch lagert in jeweils einer Abteilung. Von Obst, Milchprodukten, Gewürzen, unterschiedlichsten Pilzen, Haushaltsartikeln, Süßigkeiten und Knabbereien will ich erst gar nicht reden. Und dieses Labyrinth ist gespickt mit Fallen: da stehen Milchtüten, die von außen aussehen wie Milch, aber keine Milch sind; Fleisch das so aussieht wie Fleisch, aber nen Pilz ist; Eiskaffee der mehr Kaffee beinhaltet als ein Mokka; Wasser, auf derem Ettikett das Zeichen für Wasser recht groß geschrieben ist, aber dafür kein reines Wasser ist, sondern nen Sportgetränk. Um dem eins drauf zu setzen, gibt es japanische Produkte mit europäischen Namen, die etwas versprechen, aber nicht bieten: Cider ist ein Energydrink, „Neue Welt“ schmeckt weder neu noch nach Welt (das so ziemlich schlechteste Bier der Welt – wenn man es denn als Bier bezeichnen kann – nix Reinheitsgebot) und es gibt „Salami“, die zuvor nichtmal ansatzweise auf Beinchen lief. Also Labyrinthe und Fallen.

Aber auch andere Labyrinthe und Fallen gehören nun zum japanischen Alltag (eher Abend). Gestern habe ich durch Zufall das Thema Brettspiele und Pen-and-Paper-Rollenspiele angesprochen und sofort begeisterte Mitspieler gefunden. Der gestrige Abend war sehr spannend und erlebnisreich, als wir uns durch das Brettspiel DungeonQuest schlugen und dabei uns über die jeweiligen anderen austauschten.

Nun werde ich aufbrechen müssen zu neuen Abenteuern

Liebe Grüße

Nico

PS: Hier noch ein paar Bilder von meiner Entdeckungsreise und dem Spieleabend.

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